Die TIGRI erobern Brixen

Das Team von Kloter und Compagnoni gewinnt den «Alto Adige – Südtirol Cup 2026»

Das Team TIGRI erobert Brixen und schreibt ein neues Kapitel in seinem Entwicklungsprozess, indem es sich am «Alto Adige – Südtirol Cup 2026» am Ende eines intensiven und bedeutungsvollen Wochenendes durchsetzt, das weit über das Endresultat hinausgeht.

Der Sieg ist der Höhepunkt einer klaren Entwicklung: Spiel für Spiel hat die Gruppe Identität, Gleichgewicht und eine kollektive Stärke gefunden, die es ermöglicht hat, jede Schwierigkeit zu überwinden. «Die Mädchen waren sehr gut und haben sich im Verlauf der zwei Tage enorm gesteigert. Es war nicht einfach, da wir viele Spielerinnen auf ungewohnten Positionen einsetzen mussten und sie sich anpassen sowie neue Verantwortung übernehmen sollten», erklärt Coach William Kloter und betont, dass «man am Ende ein Team gesehen hat, das nie aufgibt und mit Herz spielt».

Das Turnier verlief nicht ohne Hindernisse. Nach einem schwierigen Start mit zwei knappen Niederlagen zum Auftakt wussten die TIGRI mit Charakter zu reagieren. «Die Mannschaft wusste, wozu sie fähig ist – fährt Kloter fort – und anstatt zurückzuschauen, hat sie immer an das nächste Spiel gedacht. Dieser Geist hat uns während des gesamten Turniers wachsen lassen.»

Symbolisch war das Unentschieden wenige Sekunden vor Schluss der zweiten Halbzeit gegen Südtirol-Alto Adige, ein Treffer, der den Finaleinzug bedeutete: «Wir lagen bis wenige Minuten vor Schluss mit 2:0 zurück und 14 Sekunden vor dem Ende gelang uns das 2:2.»

Im Finale gegen die Preussen Berlin Capitals wiederholte sich das Drehbuch: Ausgeglichenheit und Spannung bis zuletzt. Nachdem die TIGRI den Ausgleich zum 3:3 hinnehmen mussten, fanden sie erneut die Kraft zu reagieren und erzielten den entscheidenden Treffer. «Es war ein wunderschönes Finale, Momente, die bleiben», erzählt Kloter und hebt auch «die unglaubliche Unterstützung des Publikums hervor, das irgendwann ganz auf unserer Seite war».

Neben dem sportlichen Erfolg tritt auch der Wert des Projekts deutlich hervor. Luca Compagnoni, Vizepräsident von GR Hockey und Coach an der Seite von Kloter, unterstreicht, dass der Sieg eine natürliche Folge der geleisteten Arbeit ist: «Für mich bleibt der Geist des Team TIGRI das Wichtigste. Wir sprechen von einer neuen Auswahl mit Spielerinnen, die lernen müssen, sich kennenzulernen, zusammen zu spielen und Erfahrung zu sammeln. Diese Fortschritte – als Team und im Spiel – sind genauso viel wert wie der Finalsieg.»

Der Trainer hebt auch die Qualität des Teamklimas hervor: «Es ist eine noch engere Gruppe entstanden als bei den ersten Auftritten. Am Anfang gab es vielleicht Sprachzweifel, doch die Mädchen haben begonnen zu kommunizieren, es zu versuchen, und auf dem Eis verstehen sie sich perfekt.»

Entscheidend war auch die Bereitschaft der Spielerinnen, sich anzupassen: «Wir haben mehrere Spielerinnen gebeten, auf anderen Positionen als gewohnt zu spielen, und keine hatte damit ein Problem. Das zeigt eine moderne Einstellung und grosse Reife.»

Zu den bewegendsten Geschichten des Turniers gehört jene von Joline Kloter, die nach 16 Monaten Pause wegen einer schweren Kopfverletzung aufs Eis zurückkehrte. «Anfangs waren wir etwas skeptisch, um kein Risiko einzugehen – erzählt Vater William –, doch sie wollte unbedingt aufs Eis. Sie hat alle Spiele bestritten, sich sofort gut integriert, und am Ende, als wir gewonnen haben, ihre Emotion zu sehen, war etwas ganz Besonderes.».

Auch auf individueller Ebene gibt es bedeutende Signale, die die Qualität der Arbeit bestätigen. DreiSpielerinnen des Jahrgangs 2012 – Laila Sieber und Lia Schumacher (HC Davos) sowie Cloe Bottoli (HCAP) – wurden bereits in die Schweizer U16-Nationalmannschaft aufgeboten, ein bemerkenswerter Meilenstein in Bezug auf Alter und Perspektive.

«Das ist sicherlich eine schöne Anerkennung – betont Compagnoni –, denn es zeigt das Niveau, das diese Mädchen erreichen. Es ist aber auch das Resultat eines Umfelds, das ihnen hilft zu wachsen: Hier finden sie Vertrauen, Verantwortung und die Möglichkeit, sich zu beweisen.»

DIE RESULTATE DES TEAM TIGRI

Qualifikation

BSC Preussen Berlin Capitals – TIGRI 4-3 / 3-1
TIGRI – Trentino/Veneto 1-0 / 3-1
TIGRI – Hockey Girls Tirol 3-0 / 7-0
TIGRI – Südtirol-Alto Adige 1-1 / 2-2
Lombardia/Piemonte – TIGRI 0-5 / 0-3

Finale

BSC Preussen Berlin Capitals – TIGRI 3-4

Reglement: Alle Spiele (Qualifikation und Finale) wurden über zwei Drittel à 20 Minuten gespielt; in der Qualifikation vergab jedes Drittel separat Punkte für die Tabelle.

DIE AUFGEBOTENEN DES TEAM TIGRI

Käser Larina (EHC Thun)
Weinberger Veronika (EHC Urdorf)
Bianchetti Anna (HCAP)
Bottoli Cloe (HCAP)
Büch Theresa (HC Davos)
Ceresa Sabrina (HCAP)
Grassi Greta (HCAP)
Hossmann Livia (EHC Lenzerheide-Valbella)
Job Cecilia (HC Lugano)
Kloter Joline (GDT Bellinzona)
Kloter Maris (EHC Lenzerheide-Valbella)
Moser Jana (EHC Chur)
Muggiasca Martina (HCAP)
Paly Ronja (EHC Chur)
Ratti Layla (Grischun Süd)
Ricci Giorgia (GDT Bellinzona)
Schumacher Lia (HC Davos)
Sieber Laila (HC Davos)
Wyss Anna Sophia (HC Chiasso)

STAFF

Kloter William (Coach)
Compagnoni Luca (Coach)
Kloter Sandra
Fendova Ludmila
Canta Giuseppe
Brenni Stefano